Das schreibt die Presse

Wir freuen uns über die großartige Berichterstattung in der lokalen Presse, vor allem in den Bramscher Nachrichten und dem Bersenbrücker Kreisblatt. Hier finden Sie umfangreiche Berichte über unsere Arbeit und eine zuverlässige Ankündigung unserer Termine!

Bersenbrücker Kreisblatt, 05. August 2020

Die Kita-Kinder und die weit gereisten Vogelgäste

Tierschutzaktion in Alfhausen sorgt für Erstaunen / Wie lassen sich Vögel wiegen, die sich gegen alles sträuben?

Bersenbrücker Kreisblatt, 05. August 2020

Die Kita-Kinder und die weit gereisten Vogelgäste

Tierschutzaktion in Alfhausen sorgt für Erstaunen / Wie lassen sich Vögel wiegen, die sich gegen alles sträuben?

Alfhausen. Vögel fangen? Ringe an ihren Beinen anbringen? Wozu? Was hier geschah, versetzte die Kita-Kinder des Familienzentrums Johanna aus Alfhausen in Erstaunen – unter dem so bürokratisch anmutenden Begriff der „Vogelberingung“ verbirgt sich eine Tierschutzaktion, die sichtar machen soll, welche Wege die Vögel Jahr für Jahr für ihre Wege in die Winterquartiere zurücklegen und ob sich diese verändern. Nun fand diese Aktion zum dritten Mal in Folge in der Biologischen Station Haseniederung am Alfsee statt.

Mit reichlich Equipment am frühen Morgen angereist sind Werner Schott und Martin Atcherley von Pro Ring. Dieser Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung wurde 2002 gegründet und hat bundesweit 500 Mitglieder. Werner Schott war als Aktiver von Anfang an dabei. Der pensionierte Sparkassenkaufmann aus Vehrte trat bereits als Jugendlicher in den Bund für Vogelschutz ein. Heute leitet er im dritten Jahr die Beringungsaktion in der Biologischen Station, deren Mitarbeiterin Birgit Lamping ihn dabei unterstützt.

Japannetze an der Aue

Auf der Südseite des Stationsgeländes fließt die Ueffelner Aue. Hier sollen die speziellen „Japannetze“ gespannt werden, die besonders fein und für die Vögel unsichtbar sind. Während Lisa Plassonke – sie absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) – das frisch gemähte Gras zur Seite harkt, schlagen Werner Schott und Marlin Zapp (FÖJ) abwechselnd im passenden Abstand Metallhülsen in die Erde, um die Haltestangen einstecken zu können. Die Netzteile werden den Leinensäcken entnommen und vorsichtig aufgespannt. Jedes Netz ist gut vier Meter hoch und 12 Meter lang. Acht Netze werden hier gespannt, sodass eine Strecke von 96 Metern abgedeckt ist. Ein weiteres Netz wird in der Nähe des Teiches auf dem Stationsgelände aufgehängt.

Kinder helfen mit

Inzwischen sind kleine Gäste eingetroffen. Die erste Gruppe der Kita Familienzentrum Johanna macht erst einmal Frühstückspause unter den Bäumen. Dann geht es Richtung Aue, wo Werner Schott und Birgit Lamping bereits begonnen haben, die ersten Vögel, die sich in den Netzen verfangen haben, zu befreien. Sie werden einer nach dem anderen in kleine Leinensäckchen gesteckt, die mit einem Band zugezogen werden. Einige Kinder dürfen diese, vorsichtig am Band anfassend, transportieren. Die Aufregung ist groß. Unter dem Carport ist die Beringungsstation aufgebaut. Hier liegen Schnüre mit den durchnummerierten Ringen und eine kleine Zange. Geschickt entnimmt Werner Schott – dicht umlagert von Kindern – den ersten Vogel aus dem Säckchen und hält ihn vorsichtig, aber fest in der Hand. Die Ring-Nummer und alle Daten werden von Birgit Lamping in eine Liste eingetragen. Der erste Vogel ist eine junge Kohlmeise, drei Jahre alt.

Die Flügellänge wird ebenso gemessen wie zum Abschluss der Untersuchung das Gewicht. Zum Wiegen gibt Werner Schott den Vogel kopfüber in ein Stück PVC-Rohr, das auf einer Waage steht. 16 Gramm wiegt diese Meise, die jetzt mit dem Anheben des Rohrstücks schleunigst das Weite sucht, so schnell, dass die Kinder freudig erschreckt zusammenfahren. Der nächste Vogel ist eine Heckenbraunelle, erklärt Birgit Lamping. Er wird von Werner Schott als Altvogel erkannt, da die Augen von Jungvögeln rötlicher schimmern, erfahren die erstaunten Kids und ihre Erzieherinnen. Der nächste Kandidat ist „ein Teichrohrsänger ohne Schwanz“, was Birgit Lamping dazu bringt, den Kindern die Mauser zu erklären. Ein junges Rotkehlchen wird jetzt beringt, ebenso ein Kleiber, der laut Werner Schott auch Spechtmeise genannt wird und mit seinem spitzen Schnabel wütend um sich pickt.

Die heutige Beringungsaktion sei für den Verein eher „just for fun“, erklärt Birgit Lamping. Dennoch können die Ergebnisse mit den Daten der Vorjahre verglichen werden. Beringungsaktionen im großen Rahmen führen Werner Schott und seine ehrenamtlichen Mitstreiter regelmäßig im Gebiet Langelager Teiche bei Bohmte durch. Und zwar nach einem bundesweit standardisierten Verfahren. Die Netze müssen eine Stunde vor Sonnenaufgang stehen, die Helfer also im Sommer besonders früh aus den Federn.

Finnland und Portugal

Spannende Erkenntnisse ziehen die Vogelschützer aus ihren Fangaktionen, die seit 2004 stattfinden. Werner Schott hat Beispiele und Zahlen parat. So habe man einen Zilpzalp gefangen, der im 1737 Kilometer entfernten Daimiel in Spanien beringt worden sei. Ein Wintergoldhähnchen flog in 26 Tagen 1419 Kilometer aus Finnland bis zu den Langelager Teichen. Und ein Rotkehlchen, das in Portugal beringt wurde, brauchte für die 1816 Kilometer 162 Tage. 60 Mönchsgrasmücken wurden bereits im laufenden Jahr gezählt. Das ist die Vogelart, die in allen Jahren am häufigsten vorkam, gefolgt von Kohl- und Blaumeise. Sogar ein paar Enten und zwei Graureiher finden sich in der Liste seit 2004, die unter anderem von Bluthänfling, Pirol und Neuntöter nur jeweils ein Exemplar ausweist.

Mittags ist die Aktion zu Ende. Mit dem Ergebnis sind Werner Schott und Birgit Lamping zufrieden. Beringt wurden insgesamt 28 Vögel. Der Teichrohrsänger war mit sieben Exemplaren am häufigsten vertreten, gefolgt vom Zilpzalp mit fünf, Blaumeise und Rotkehlchen mit jeweils drei Tieren. Auch eine Dorngrasmücke und eine Mönchsgrasmücke gingen ins Netz. Insgesamt zwölf Arten wurden beringt. Birgit Lamping findet, es sei „alles super rund gelaufen“. Die Alfhausener Kinder haben viel gelernt und kennen sich jetzt besser mit Vogelarten aus. „Wir können nur schützen, was wir kennen“, lautet das Motto des Vereins Pro Ring.

 

Bersenbrücker Kreisblatt, 05. August 2020

Pop mit leisen Tönen

Kultursommer im Stationsgarten

Alfhausen. In der Reihe „Querbeet – Kultursommer im Stationsgarten“ präsentierten Sängerin Simon Dye und Pianist Tobias Rotsch ihre Lieblingssongs aus Pop, Soul, Jazz, Funk und zwei eigene Stücke in der Biologischen Station Haseniederung.

„Musik ist meines Erachtens dafür da, Menschen mit ihren Gefühlen in Kontakt zu bringen,“ erzählt Simon Dye vor Konzertbeginn. Menschen in Kontakt zu bringen ist ebenfalls Anliegen der Biologischen Station. Und das gerne auch mit dem Stationsgarten und den pädagogischen Anliegen der Station in Umweltschutz und Artenvielfalt.

Und da die Musik hierfür ein geeignetes Medium ist, verband man in diesem Corona-Sommer eben die Natur mit der Musik. Fast 60 Zuhörer ließen es sich wieder im Garten gut gehen. Verpflegung zur Kaffeestunde durfte selbst mitgebracht werden. statt Eintritt zu zahlen entschied das Publikum selbst, was ihm das Konzert wert war.

Das Programm von Simon Dye und Tobias Rotsch war geprägt von überwiegend tiefsinnigen Titeln mit anspruchsvollen Textaussagen. Die Thematik Dankbarkeit oder der Wunsch, als bestmöglicher Freund für ein Gegenüber da zu sein, jedoch auch die von Sting bereits in den 1980er-Jahren vertonte Schande des Welthungers wurden von Simon Dye besungen.

Voller Emotionen

Zu laut spielten sie übrigens auch nicht. Das von der Sängerin in ihrem Vortrag bevorzugte Forte wurde vom Pianisten als Begleitmusiker durch professionelle Zurückhaltung auf ein Gesamtmaß ausgeglichen, das eine Unterhaltung an den Tischen jederzeit gewährleistete.

Doch die Unterhaltung war an diesem Nachmittag nicht so intensiv wie sonst bei anderen Sommerkulturveranstaltungen. Offensichtlich hatte Simon Dye doch einige Emotionen mittels ihrer Lieder in das Publikum transportieren können, die es nahelegten, das Konzert nicht lediglich als angenehme Hintergrundmusik zum Kaffeegenuss aufzunehmen, sondern einmal intensiver zuzuhören.

Sängerin Simon Dye studierte zunächst Publizistik. Seit 1995 arbeitet sie als Live- und Studio-Sängerin, unterrichtet Gesang und gibt Workshops für Gesang sowie für Bühnen-Performance, auch für Chöre. Seit 2009 lehrt sie das Fach Vocal Performance als Dozentin an der Musikhochschule in Münster. 2017 eröffnete sie das „Kulturquartier Münster“, ein Zentrum für freischaffende Musiker, Musiklehrer und Künstler anderer Sparten.

Der Pianist und Keyboarder Tobias Rotsch studierte am Konservatorium Enschede sowie an der Musikhochschule Münster „Keyboards & Musicproduction“ sowie klassisches Klavier. Als Liedermacher „Wolfspelz“ ist Rotsch deutschlandweit mit eigenem Programm unterwegs.

 

Bramscher Nachrichten, 28. Juli 2020

Sommerabend-Atmosphäre
am Alfsee

Alfhausen. Musical-, Klezmer- und Filmmusik erklang während der zweiten Ausgabe der Kultursommerkonzerte im Garten der Biologischen Station Haseniederung in Alfhausen/Rieste.

 

Der 14-jährige Klarinettist Konstantin Stutzky unterhielt mit einem rund anderthalbstündigen Programm die Gäste. Weinflaschen und Fingerfood standen auf den Tischen. Es war ein lauer Sommerabend in der lauschigen Idylle neben dem Alfsee-Hauptbecken.

Das Konzert stand wieder unter dem Motto „Querbeet – Kultursommer in der Biologischen Station Haseniederung“ und war eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Biologische Vielfalt im Osnabrücker Land bewahren“.

„Ausreichend Lampenfieber habe ich schon“, gab Konstantin Stutzky vor dem Konzertbeginn zu. Vor Publikum gespielt hatte der Sohn zweier Profimusiker schon mehrmals, beispielsweise auf Weihnachtsfeiern und Schulkonzerten. Da dauerte der Auftritt jedoch lediglich etwa eine halbe Stunde.

Diesmal war das schon eine andere Nummer. Rund 25 Stücke hatte der junge Mann zu absolvieren, während das Publikum das tat, was bei einem Sommerkulturprogramm eben so ansteht: Zuhören, miteinander kommunizieren und ein selbst mitgebrachtes Abendessen genießen.

Es war überwiegend vollkommen ruhige Feierabendmusik, die Stutzky vortrug. Sanfte Titel aus diversen Musicals und Filmen. Ambitioniert und gefühlvoll interpretierte der junge Musiker seine Stücke.

Besonders, dass sich Stutzky für den Mittelabschnitt des Konzertes Klezmermusik ausgesucht hatte, ließ auch einigen Mut erkennen. Diese sentimentalen und sehnsuchtsvollen Stücke – mit ihrer Wehmut und dem ihnen innewohnenden Heimweh – sind für Jugendliche seines Alters sicherlich eine musikalische Herausforderung, doch auch sie meisterte er zum offenkundigen Gefallen des Publikums, das gerne jedes Stück mit entsprechendem Beifall bedachte.

Gemischtes Publikum

Gesichtet wurde an diesem Sommerabend Publikum aus Osnabrück, aus Belm, Bramsche, Engter, Rieste und natürlich aus Alfhausen. Der besondere Charme des Aufführungsortes bestand aus der ruhigen Lage in Alfsseenähe, Weiden-Umrandungen, einigen verborgenen Winkeln und neu angelegten, bienenfreundlich gestalteten Beeten. Hier konnte sich das Publikum an den aufgestellten Tischen niederlassen. Rund 40 Besucher hatten diesmal den Weg in die Biologische Station gefunden. Sehr zur Freude der Veranstalter übrigens, deren Erwartungen damit übertroffen wurden.

Es sei eine „entspannte Sommerabend-Atmosphäre geworden. Die Gäste können die Anlage genießen, und wir können wieder die Station etwas bekannter machen. Wir sehen hierdurch viele neue Gesichter, die bisher unseren Garten noch nie besucht haben“, beschrieb Ronald Siegmund-Stuckenberg im Namen der Veranstalter die Stimmung im Garten.

Wie gut der Abend ankam, formulierte Jürgen Bruning aus Engter. „Es ist eine tolle Geschichte. Die Musik passt zum Umfeld. Und dass man hier sein Essen und Trinken mitbringen kann, macht daraus eine rundum gelungene Geschichte. Es ist unser Wunsch, in der Zukunft so etwas auch an der Alten Feuerwehrwache zu veranstalten“, so Bruning.

Fortsetzung folgt

So waren alle zufrieden, und Konstantin Stutzky durfte nach dem Ende des Konzerts einen nicht schlecht gefüllten Spendenhut entgegennehmen. Die Queerbeet-Konzertreihe wird übrigens am 2. August mit zwei Profimusikern aus Münster fortgesetzt. Die Sängerin Simon Dye und der Pianist Tobias Rotsch werden dann ab 15 Uhr mit Popmusik und eigenen Titeln zu erleben sein. Infos hierzu sind im Internet unter www.biologische-vielfalt-os.de zu finden.

 

Bramscher Nachrichten, 22. Juli 2020

Der König der Lüfte hält Hof

Seeadler brüteten erstmals am Alfsee / Zwei Jungvögel sind flügge geworden

Rieste. Das Vogelschutzgebiet Alfsee hat in diesem Jahr neue Dauergäste bekommen: Erstmals zog ein Seeadlerpaar hier seine Jungen groß.

Seit gut zehn Jahren wurden im Winterhalbjahr immer mal wieder einzelne Seeadler über der Alfseeregion gesichtet, berichtet Jürgen Christiansen. Der Geschäftsführer des neuen Naturschutz- und Bildungszentrums Alfsee in Rieste ist auch langjähriger Leiter der Biologischen Station Haseniederung. Er beobachtete mehrfach „herumvagabundierende Jungvögel“, die erst im Alter von vier bis fünf Jahren geschlechtsreif werden. 2018 tauchte dann erstmals das Seeadlerpaar am Alfsee auf. Das Männchen habe im vergangenen Jahr fleißig Nistmaterial herbeigeschafft. Das offensichtlich zu junge Weibchen war aber „nicht interessiert“, erzählt Jürgen Christiansen.

Dass die beiden Vögel sich ein Jahr lang mit der Umgebung vertraut gemacht haben, findet er „ganz toll“. In diesem Jahr war es dann Anfang März so weit, dass gebrütet werden konnte. Nach gut 40 Tagen Brutzeit verzeichnete der Diplom-Biologe, zu dessen Aufgaben auch das Gebietsmanagement des Naturschutzgebiets gehört, Mitte April den Schlupf von zwei Küken. Mittlerweile sind die zwei Jungvögel flügge geworden und versuchen sich mit der Jagd, wobei sie noch gerne den einen oder anderen Leckerbissen von den Altvögeln annehmen.Flucht zum Kronensee

Mit der Ansiedlung des Seeadlerpaares schrumpfte die in den vergangenen Jahren auf stattliche 70 bis 80 Nester angestiegene Kolonie der Kormorane. 370 Kormorane hat Jürgen Christiansen 2019 gezählt. Dabei half ihm quasi der Seeadler, der die Kolonie aufscheuchte und auf die Wasserfläche flüchten ließ. „Dort konnte ich sie dann schön zählen“, berichtet der Biologe. In dieser Saison seien nur noch rund 20 Komorannester besetzt. Befreundete Vogelkundler meldeten allerdings erstmals die Ansiedlung von zahlreichen Kormoranen am Kronensee in Ostercappeln. Der Seeadler hat die Population also nicht zerstört, sondern verdrängt.

Mehr Stress bedeutet der neue Gast allerdings für die Wasservögel. Christiansen fotografierte den Angriff des Seeadlerweibchens auf einzelne Gänse und beobachtete den Erfolg der Jagd. Auch einen stattlichen Hecht hat er schon in den Krallen der Greifvögel gesehen. Das Nahrungsangebot sei für die Tiere sehr gut, sagt er. Durch den Fischreichtum im Wasser und die große Vogelzahl am Wasser ist der Tisch für die Jäger immer reich gedeckt.

Dass solche Szenen häufig Fotografen und Vogelbeobachter anlocken, ist klar. Dass viele Menschen „ein Auge darauf haben“, findet Christiansen auch gut, solange alle sich an die Schutzgebietsverordnung halten.

Doch es gibt unter den selbst ernannten Vogelfreunden auch schwarze Schafe. So traf der Biologe einen Fotografen, der für seine Fotos den Weg auf dem Deich verlassen hatte und bis zum Zaun vordrang – was zur Folge hatte, dass bis zum Wassergraben kein Vogel zu finden war. Trotz freundlicher Ansprache zeigte sich der Mann wenig einsichtig.

Wenn die Vögel nicht gestört werden, kommen sie auch wieder, weiß Jürgen Christiansen. Er lobt die tolle Zusammenarbeit mit dem Landwirt, der die Wiesen im Reservebecken bewirtschaftet, und die Kooperation mit den Jägern und Jagdpächtern aus den vier Jagden, die bereitwillig versprachen, beim Aufbruch des erlegten Wildes die Reste entweder mitzunehmen oder tief zu vergraben, um eine Bleivergiftung der Vögel durch Schrot zu vermeiden.

 

AG Adlerschutz

Eine große Hilfe sei die Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz Niedersachsen (AAN) gewesen, berichtet Jürgen Christiansen. Deren Experten haben jahrelange Erfahrung mit den großen Greifvögeln und wissen, worauf es ankommt. Bestimmte Radien um den Standort des Horstes müssen zum Beispiel unbedingt unbeeinflusst bleiben, um eine erfolgreiche Aufzucht der Jungen zu gewährleisten. Das sei am Dümmer einfacher, wo viel mehr Flächen relativ unberührt sind, erklärt der Experte.

Die Seeadlerpopulation in Niedersachsen zeigt übrigens eine erfreuliche Entwicklung. Aus der Bestandsaufnahme durch die AAN ergibt sich, dass die Zahl der ausgeflogenen Jungvögel von nahezu null im Jahr 1990 über zehn im Jahr 2000 und 30 im Jahr 2010 bis 2019 auf 71 gestiegen ist.

Wie wird es mit den Seeadlern am Alfsee weitergehen? Im Winter werden irgendwann die Jungvögel von den Alten vertrieben und suchen sich ein neues Gebiet, weiß Jürgen Christiansen. Ausschlaggebend sei hier immer das Wasser.

Der Seeadler ist typischerweise häufiger an der Küste zu sehen. Der Biologe ist optimistisch, dass das Seeadlerpaar am Alfsee, das dort erfolgreich gebrütet hat, bleiben werde.

Ilona Ebenthal

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